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Sprit braucht Strom

Was Ihnen Ihr Tankwart nicht erzählt…

Benzin muss ja aus Erdöl erst hergestellt werden. Dabei verbraucht eine Raffinerie Energie, und nicht wenig: Die Erdölverarbeitung ist eine der größten energieverbrauchenden Industrien weltweit.

Belastbare Verbrauchsangaben werden seit 2005 nicht mehr publiziert (warum wohl), aber schauen wir doch mal wenigstens den Energieverbrauch von Raffinerien im Jahr 2005 an:

Deutschlands Raffinerien verbrauchten demnach 2005 insgesamt 7,2 Milliarden kWh. (Quelle)

Jetzt nehmen wir mal den Akku der ZOE, da passen 22 kWh rein. Mit 7,2 Milliarden kWh könnte man also rund 327.272.727 ZOEs (ein Mal) aufladen. In Worten: fast 330 Millionen! Zum Vergleich: In der gesamten Europäischen Union waren 2013 ca. 160 Millionen Kfz zugelassen. (Quelle)

Bei einem Verbrauch von 16 kWh/100 km könnte man damit 45.000.000.000 Kilometer rein elektrisch fahren. Nochmal in Worten: 45 Milliarden Kilometer!

Gehen wir von einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 km pro E-Auto aus, wären also mit der Energiemenge, die die Raffinerien verbrauchen, 2.250.000 Elektroautos versorgbar. Zweieinviertel Millionen!

Für jeden Liter Benzin, den eine Raffinerie erzeugt, verbraucht sie ca. 1,6 kWh Energie. (Quelle)

Ein Auto mit Verbrennungsmotor verbraucht bei 7 Litern/100 km also indirekt nochmal zusätzlich 11,2 kWh/100 km. Davon könnte ein leichtes Elektroauto schon allein betrieben werden. Wenn ich mir Mühe gebe, schaffe ich das sogar mit der ZOE.

Biosprit-Unsinn

In diesem Zusammenhang auch interessant ist dieser Vergleich:

Mit dem Sprit, den man aus einem Hektar Raps herstellen kann, lassen sich 1-2 Autos mit Verbrennungsmotor ein Jahr lang betreiben.

Dieselbe Fläche einer Photovoltaikanlage erzeugt hingegen Strom für bis zu 100 Elektroautos. (Quelle)

Höchste Zeit, dass wir den alten Kram loswerden.